Wappen Offenbach-BieberBieber, bis 1938 selbstständige Gemeinde, ist heute der einwohnerstärkste Stadtteil der kreisfreien Stadt Offenbach am Main. Die 15.043 Bieberer stellen 12,8 Prozent der Gesamtbevölkerung Offenbachs (117.521, Stand 31. Dezember 2000). 52,1 Prozent der Bewohner sind Frauen. In 4.104 der insgesamt 7.039 Haushalte im Stadtteil leben mehr als eine Person. Das Durchschnittsalter der Bieberer liegt bei etwa 43 Jahren.

Bieber liegt auf 08°48’29“ östlicher Länge und 50°05’17“ nördlicher Breite (Lage des Ostendplatzes). Um den alten Ortskern herum ist Bieber vor allem seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gewachsen. Mit Bieber-West und Bieber-Waldhof entstanden in dieser Zeit neue Wohn- und Gewerbegebiete. Ein neues Wohngebiet soll bald in Bieber-Nord errichtet werden. Vor allem in Waldhof bieten viele produzierende Betriebe industrielle Arbeitsplätze. Aber auch Dienstleister, Handel und Einzelhandel haben ihren festen Platz in dem Stadtteil. Leider hat die Lederwarenindustrie, einst wichtigster Wirtschaftszweig, inzwischen an Bedeutung verloren. Insgesamt gibt es in Bieber mehr als 250 Gewerbebetriebe.

Erste Spuren menschlicher Siedlungen, die auf Bieberer Gemarkung gefunden wurden, sind etwa 8.000 Jahre alt. Sicher belegen lässt sich zudem, dass bereits etwa um 1.000 v. Chr. eine Siedlung existierte. Urkundlich erstmals erwähnt wurde die Gemeinde aber erst im April 791. Lange Zeit war Bieber ein reines Bauerndorf. 1817 zählte man 646 Einwohner. Nur 35 Jahre später hatte sich diese Zahl mit 1.215 fast verdoppelt. Im Jahr 1876, dem Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr, lebten schon 1.892 Menschen in Bieber. Mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert gewann auch in Bieber das Gewerbe an Bedeutung.

Bieberer Rathaus

Gedenkstein am Standort des ehemaligen Bieberer Rathauses. Im Hintergrund: Schule Bieber an deren Stelle sich einst das Feuerwehrhaus befand.

Zum 1. April 1938 wurde Bieber durch einen Erlass der Nationalsozialisten nach Offenbach eingemeindet. Nur wenige Monate später ließ die damalige Stadtverwaltung das alte Rathaus im Ortskern abreißen. Bestrebungen, nach dem Ende des Dritten Reiches die Selbstständigkeit zurückzuerhalten, scheiterten bislang.